Mensch und Raum

Die Physiologie des Menschen hat sich seit Jahrtausenden an die Umweltbedingungen auf der Erde angepasst. In der modernen Arbeitswelt haben sich die Umweltbedingungen geändert (weniger Bewegung, weniger Aufenthalt im Freien und dadurch weniger Sonnenlicht, Luft und Feuchtigkeit; ständige Erreichbarkeit und psychischer Stress, weniger Ruhe und Erholungsphasen). Physiologische ungünstige Auswirkungen kann man durch Verbesserungen wie ergonomische Arbeitsmittel, Optimierung des Raumklimas und Training von Verhaltensweisen (Pausenkultur) mildern.

Licht:  Sonnenlicht ist das Beste. Natürliches Licht steuert wichtige Lebensvorgänge. Glasscheiben und mangelnder Aufenthalt im Freien sind dafür verantwortlich, dass der Organismus nicht mehr ausreichend mit natürlichem Sonnenlicht versorgt ist.
Wenn Arbeiten im Freien nicht möglich ist, möglichst tageslichtähnliche Verhältnisse schaffen durch Arbeitsplätze am Fenster (möglichst nicht 3-fach verglast und öfters Fenster öffnen) oder durch Beleuchtungsmittel mit Tageslichtvollspektrum.

Bewegung: Muskeln, Knochen, Bandscheiben, Organe und Gefäße müssen sich bewegen, um aktiv zu bleiben. Bewegungsmangel führt zu Muskel- und Knochenabbau, kann zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen … führen
Bewegungsparcoure und -möglichkeiten im Alltag schaffen: dynamische Sitzmöbel, höhenverstellbare Tische, an denen man auch mal im Stehen arbeiten kann, für verschiedene Muskelgruppen Trainingsmöglichkeiten schaffen.

Erholung und Entspannungsphasen: Herausforderungen und Stress meistern ist nur mit effektiven Erholungsphasen zum Regenerieren möglich. Zumindest, wenn nachhaltig auf psychische Gesundheit Wert gelegt wird.  Die Qualität der Erholungsphasen beeinflußt die Qualität der Leistungsphasen. Ca. alle 4 Stunden sollte eine Regeneration möglich sein. Regenerationsmangel führt zu erhöhtem Stresslevel im Gehirn. Ist die Gehirntätigkeit vorwiegend im „Alarmzustand“ kann dies Verspannungen der Muskulatur, chronische Kopf- und Rückenschmerzen, Verkalkung der Gefäße, Überlastung des Kreislaufes, Schwächung des Immunsystems, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Gereiztheit, Ängste, Migräne, und Schlafstörungen verursachen.
Deshalb empfehlen wir kreative Pausen individuell in den Alltag zu integrieren, in denen die Mangelerscheinungen von Licht, Bewegung, Regeneration und Wärme behoben werden.

Musik: Musik kann Stimmungen und Gefühle verändern – sowohl beim Hören als auch beim aktiven Musik machen. Laut dem Hirnforscher Dr. Dr. Manfred Spitzer löst Musik im Gehirn folgendes aus: die Aktivität in der Hirnregion für Ängste nimmt ab und die Hirnregion für Freude wird aktiver. Musik hat also positive Nebenwirkungen – nämlich Freude und Begeisterung!
Welches chemische Antidepressiva kann das von sich sagen?
Musik kann alle Gehirnregionen erreichen und sie berührt uns emotional. Welche Musik wie berührt? Dies ist abhängig von Art, von Tempo, persönlichen Vorlieben und emotionalen Zuständen. Immer häufiger kommen Musikinstrumente deshalb nicht nur bei Musiktherapeuten, sondern auch in anderen (psycho)therapeutischen Praxen zum Einsatz.